Die größten Ernährungsfallen im Homeoffice

Von Stefanie Sponer

Ernährungspsychologin


Das Problem ist, dass die Korrektur durch das soziale Umfeld fehlt!

Im Arbeitsalltag würde es auffallen, wenn Sie den ganzen Tag essen. Im Homeoffice sieht es ja niemand. Der Weg zum Kühlschrank ist nicht weit.

Im Homeoffice fehlen die geregelten Pausen. Am Arbeitsplatz im Büro, gibt es durch die Rahmenbedingungen des Arbeitgebers eine mehr oder weniger fest vorgegebene Struktur. Es gibt die Pausenzeiten und die soziale Interaktion mit den Kollegen. Im Homeoffice fehlt diese feste Struktur.

Wir alle haben schon gemerkt, dass die Arbeit am Bildschirm enorm anstrengend ist. Kurze Verschnaufpausen wie der Weg zum Kopierer oder das kurze Gespräch mit den Kollegen fallen weg.

Daher rutschen viele Menschen im Homeoffice in ungünstige Verhaltensmuster:

Der "Pausen-Snacker" belohnt sich gerne in der Pause!

Erst wird hochkonzentriert am Bildschirm gearbeitet, bis seine Augen schmerzen, dann wird sich eine Pause mit einem Snack als Belohnung „gegönnt“. 

Während des Essens erledigt er leichte Routineaufgaben nebenbei. Danach geht es wieder weiter mit der hochkonzentrierten Arbeit. Eine richtige Erholungspause hat nicht stattgefunden. Am Ende des Arbeitstages fühlt er sich erschöpft und antriebslos.

Der "Dauer-Snacker" bekommt nicht mit, was er isst!

Während der konzentrierten Tätigkeit greift er permanent zu den meist  hochkalorischen Snacks. Eine wirkliche Pause macht er nicht. 

Durch das permanente Essen werden Endorphine ausgeschüttet und was den Stress kurzfristig reduziert. Diese Stoffwechselvorgänge sind nicht bewusst wahrnehmbar. Doch für das Gehirn schafft es einen Anreiz zur Wiederholung. 

Erst wenn die Packung leer ist, wundert sich der Dauer-Snacker, wie das passieren konnte. Durch das Nebenbei-Essen hat er es nicht richtig mitbekommen. Am Abend hat er das Gefühl, er habe den ganzen Tag noch nichts gegessen.

Der "Nicht-Esser" hat durch die Arbeit keine Zeit zu essen!

Wie sein Name schon sagt, arbeitet er den ganzen Tag im Homeoffice hochkonzentriert, ohne eine Pause zu machen.

Durch die stressige Tätigkeit nimmt er sein Hungergefühl nicht wahr. Erst am Abend, wenn der Stresspegel sinkt, merkt er seinen starken Hunger. Für eine aufwendige Zubereitung bleibt keine Zeit mehr, und daher greift er häufig zu Fertigprodukten.

Durch den großen Hunger kann er nicht mehr langsam und genussvoll essen. Sein Sättigungsgefühl nimmt er nicht richtig wahr, erst als der Bauch weh tut, hört er auf zu essen. Nach dem Essen fühlt er sich müde und kraftlos. Er hat keine Lust mehr sich zu bewegen.

Optimiertes Essverhalten erlernen

Um diese drei Verhaltensmuster dauerhaft zu verändern, muss das Essverhalten zuerst identifiziert werden. Es ist ratsam, die erkannte Situation zu unterbrechen und das ungünstige Essverhalten zu vermeiden.

Vor allem sollte die eigene Wahrnehmung und die ihrer Umwelt sensibilisiert werden. In meinem Programm „Agile Ernährung“ lernen und trainieren Sie, wie Sie sich in verschiedenen Situationen richtig verhalten können.

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